Alumni Stories

Schreiben auch Sie Ihre besondere Geschichte.

Unsere Absolventinnen und Absolventen sind ganz klar unsere Botschafter und unser Netzwerk in der Wirtschaft und in den verschiedensten Institutionen. Was sie Besonderes zusammenbringen, haben uns einige von ihnen erzählt.

Wir freuen uns darauf auch Ihre Geschichte zu hören! Bitte kontaktieren Sie uns über unser Alumni Story Sheet.

Was bringt dich weiter?

Christiane Staab
Christiane Staab
Markus Binder

Seinen ersten „Fünfer“ im Studium bekam Markus Binder ausgerechnet in jener Vorlesung, die er heute selbst im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement unterrichtet.

Eine Ironie, die viel über seinen Weg erzählt. Denn als Director Energy bei Magna International steht er heute global für genau das, was damals noch unmöglich schien: fachliche Exzellenz, Zielstrebigkeit – und eine klare Vision davon, was mit konsequenter persönlicher Entwicklung möglich ist.

Im Hörsaal geht es ihm dabei um mehr als Theorie.
 

Markus Binder

Ich stehe hier, um zu zeigen, was man mit dieser Ausbildung in Pinkafeld in der Praxis erreichen kann.

Markus Binder, Absolvent und Lektor der Hochschule Burgenland 

Seine Botschaft ist klar: Möglichkeiten entstehen nicht von allein – man muss sie sich bewusst erarbeiten und ein klares Ziel vor Augen haben.

Dieses Verständnis endet für ihn nicht an der Tür des Hörsaals. Die Verbindung zur Hochschule Burgenland lebt er aktiv weiter: Absolventinnen und Absolventen arbeiten in seinem Team, Studierende schreiben bei Magna ihre Diplomarbeiten oder sammeln erste Praxiserfahrung in Praktika. Auch als Mentor engagiert sich Binder – aus Überzeugung.

Denn er weiß, wie herausfordernd dieser Weg sein kann.

„Wenn meine Geschichte nicht ermutigt, dann weiß ich auch nicht“, sagt er rückblickend. „In der Schule gehörte ich überhaupt nicht zu den Überfliegern. Dass ich einmal studiere, hätte ich mir damals selbst nicht zugetraut.“

Doch genau hier beginnt seine eigentliche Geschichte: mit dem Entschluss, sich nicht von Erwartungen – weder von außen noch von sich selbst – begrenzen zu lassen und Schritt für Schritt eine eigene Vision zu entwickeln.

Technik hat den gelernten Installateur schon immer fasziniert. Sein Einstieg bei Magna erfolgte am Montageband, doch sein Potenzial wurde rasch erkannt. Er wechselte in die Instandhaltung der Energieversorgung und übernahm früh Verantwortung: Mit 22 Jahren leitete er bereits den Bereich für den Standort Graz, mit 26 wurde er stellvertretender Abteilungsleiter.

Trotz dieser steilen Entwicklung wurde ihm eines klar: Praxis allein reicht nicht.

„Mir hat in vielen Bereichen die theoretische Grundlage gefehlt“, erzählt Binder. Die Konsequenz: Er holte berufsbegleitend die Matura nach – ein entscheidender Wendepunkt.

Der nächste Schritt führte ihn an die Hochschule (damals noch FH) Burgenland.
Die Themen Energie- und Gebäudetechnik haben mich sofort angesprochen – und die FH Burgenland hat in diesem Bereich einen exzellenten Ruf.“

Es folgte eine intensive Zeit: ein Studium neben einer 40- bis 50-Stunden-Woche – geprägt von Disziplin, Durchhaltevermögen und klaren Prioritäten. Auch der Masterstudiengang „Nachhaltige Energiesysteme“ war für ihn keine Frage des „Ob“, sondern nur des „Wie“.
„Einmal tief durchatmen und durchziehen“, beschreibt er seine Haltung.

Parallel dazu entwickelte sich auch seine Karriere weiter: Ab 2016 leitete er Energiemanagement und Gebäudetechnik bei Magna Steyr, verantwortete die Energie & Gebäudetechnik beim Aufbau eines zweiten Standorts in Slowenien und wurde 2019 Energy Manager Europe. Seit 2023 trägt er die globale Verantwortung für das Thema Energie – über 350 Standorte weltweit.

Für Binder ist Energie dabei weit mehr als ein betrieblicher Faktor.
„Die Industrie ist einer der größten Energieverbraucher – und gleichzeitig bietet sie enormes Potenzial zur Verbesserung“, erklärt er.

Spätestens mit der Geburt seiner Tochter hat dieses Thema für ihn eine noch tiefere Bedeutung bekommen. Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur Teil seines Berufs, sondern auch Ausdruck persönlicher Verantwortung.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Allein im letzten Jahr konnten im Konzern weltweit über 246.000 MWh Energie eingespart werden. Gleichzeitig treiben neue Ansätze – etwa der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Optimierung von Energieflüssen – die Entwicklung weiter voran.

Doch was ist das eigentliche Erfolgsrezept hinter dieser Entwicklung?

Binder nennt einen zentralen Erfolgsfaktor: Effektivität – und die Balance, die daraus entsteht.

„Ich habe intensiv daran gearbeitet, meine Arbeitsweise zu hinterfragen und gezielt zu verbessern“, sagt er. Gerade während des Bachelorstudiums stand er mehrfach kurz davor, zu scheitern. Der Wendepunkt kam mit einem radikalen Fokus auf Zeit- und Selbstmanagement.

Der Effekt war deutlich spürbar: Den Master absolvierte er mit deutlich geringerem Zeitaufwand und gleichzeitig besseren Ergebnissen.

Heute lebt er diesen Ansatz konsequent. Dank eines strukturierten und effektiven Zeit- und Selbstmanagements gelingt es ihm, sich im Arbeitsalltag gezielt Freiräume zu schaffen und so ausreichend Zeit mit seiner Tochter zu verbringen.

Gleichzeitig hat sich sein Blick geschärft: Klarheit, Fokus und effektives Arbeiten sind für ihn kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für nachhaltigen Erfolg – beruflich wie privat.

Denn letztlich ist es genau diese Kombination, die ihn weitergebracht hat: eine klare Vision, ein übergeordnetes Ziel und die Bereitschaft, konsequent an sich zu arbeiten – ohne dabei aus den Augen zu verlieren, wofür man diesen Weg überhaupt geht.


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