Als Quereinsteigerin zur Gebäudetechnik

Bianca Nastl
Bianca Nastl

Wer ein Ziel vor Augen hat, findet auch einen Weg dorthin.

Für Melanie Prutsch bedeutete das, neben einem Vollzeitjob den Vorbereitungslehrgang an der Hochschule Burgenland zu absolvieren – so gelang ihr der Schritt ins Studium ohne herkömmliche Matura. 

Diesen Herbst startet sie ihre akademische Laufbahn im Bereich Gebäudetechnik – ein Fachgebiet, das sie in ihrem Berufsalltag schon seit Jahren begeistert. Doch wer glaubt, dieser Weg war stets absehbar, irrt sich: Nach der Schule absolvierte die Steirerin eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau mit Schwerpunkt Schuhe und sammelte anschließend Erfahrungen im Handel sowie in verschiedenen Bürotätigkeiten. Vor fünf Jahren wechselte sie schließlich als Projektassistentin zur AMT Haustechnik in Kirchbach. Dort unterstützte sie zunächst organisatorisch bei Projekten rund um Installationen, Sanierungen und Gebäudetechnik. Mit der Zeit erhielt sie immer tiefere Einblicke in die technische Planung und durfte schließlich auch kleinere Projekte eigenständig begleiten.

Kaum eine Branche ist so vielseitig: In der Gebäudetechnik greifen Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitärtechnik mit Elektrotechnik und Regelungstechnik nahtlos ineinander. Den Überblick über all diese Schnittstellen zu behalten und daraus ein perfekt abgestimmtes energieeffizientes Gesamtsystem zu schaffen, fasziniert mich extrem.

Melanie Prutsch, Studienstarterin des Bachelors Gebäude- und Energietechnik

Als sie fachlich an ihre Grenzen stieß, gab ihr ein Arbeitskollege den entscheidenden Impuls, um sich an der Hochschule Burgenland im Bereich Gebäudetechnik zu informieren. Dort erfuhr sie vom Vorbereitungslehrgang für Studieninteressierte ohne Matura. „Das hat mich sofort begeistert. Da wusste ich schnell: Danach möchte ich in den Bachelor Gebäude- und Energietechnik.“

Zum Bachelorstudium ohne Matura

Ihre letzten Monate waren anspruchsvoll. Neben ihrer Vollzeitbeschäftigung bereitete Melanie sich auf die Zusatzprüfung zur Qualifizierung auf den Bachelorstudiengang vor. „Am Anfang war das Lernpensum eine große Umstellung. Aber mit einer guten Zeiteinteilung hat es funktioniert.“ Heute blickt sie stolz auf diese Zeit zurück.

Nicht ohne Grund würden sie Freund*innen als sehr ehrgeizig beschreiben. Eigenschaften, die sie schon beim Turnierreiten und im Crossfit begleitet haben. „Wenn ich mir ein Ziel setze, ziehe ich es durch.“ Gleichzeitig hat sie gelernt, an schwierigen Tagen realistisch mit sich selbst umzugehen. „Ich sage mir dann: Ja, es ist gerade schwer. Aber es werden auch wieder bessere Zeiten kommen. Dieses Gefühl, trotzdem weiterzumachen, gibt mir am Ende viel mehr, als aufzugeben.“

Besonders freut sie sich darauf, das Know-how direkt in ihrem Berufsalltag anzuwenden. Ihr Arbeitgeber unterstützt sie dabei und freut sich, dass Melanie neues Wissen am Puls der Zeit einbringen kann. Vor allem nachhaltige und energieeffiziente Gebäudesanierungen faszinieren die 30-Jährige: „Ich finde es beeindruckend, wie groß die Hebelwirkung im Gebäudebestand ist: vorhandene Substanz technisch so weiterzuentwickeln, dass aus Leerstand moderner, energieeffizienter Raum entsteht, ist eine der vielen spannenden Aufgaben in unserer Branche.


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