Erneuerbare Energie aus der Tiefe

Christiane Staab
Christiane Staab

Karoline Steixner begann nach ihrem Studium 2015 bei der RAG Austria AG und spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Geschäftsbereichs für Geothermie.

Im Jahr 2018 war sie maßgeblich an der Umsetzung eines tiefen Geothermieprojekts in Garching an der Alz (Bayern) beteiligt. Dort liefern zwei Tiefbohrungen von jeweils über 5.000 Metern Länge heißes Thermalwasser aus der Bayerischen Molasse und ermöglichen eine ganzjährige, erneuerbare Strom- und Wärmeversorgung – unabhängig von Wind, Wasser und Sonne. RAG Austria AG - ihr Arbeitgeber, das größte Energiespeicherunternehmen Österreichs, gehört zudem zu den führenden technischen Speicherbetreibern Europas.

Schon als Kind interessierte sich Karoline Steixner für Technik, Motoren und Fahrzeuge. Die Entscheidung, nach der Matura die Wirtschaftsuniversität Wien zu besuchen, war eher von Pragmatismus geprägt als von Leidenschaft. Im Studium entdeckte sie dann ihre Begeisterung für die Energiewirtschaft und verfasste ihre Bachelorarbeit zum Thema kommunale PV-Anlagen in Zusammenarbeit mit der TIWAG. Auf der Suche nach einem passenden Masterstudium stieß sie auf das Programm an der Hochschule Burgenland. Als Wirtschaftswissenschaftlerin musste sie in der Anfangsphase des Studiums „Nachhaltige Energiesysteme“ viel technisches Wissen nachholen, was eine Herausforderung war. Doch mit Fleiß und Ehrgeiz erzielte sie schnell Bestnoten.

Es war sehr erfüllend, Dinge zu verstehen und Lösungen zu finden. Besonders in der Thermodynamik hatte ich viele AHA-Momente.

Karoline Steixner, Absolventin der Hochschule Burgenland

Im Studium spezialisierte sie sich auf Solar- und Geothermie, wobei vor allem die tiefe Geothermie ihr Interesse weckte. Ihre Masterarbeit verfasste sie in Zusammenarbeit mit der RAG Austria AG und wurde 2015 Teil des Unternehmens. 2022 übernahm sie die Leitung des Teams „Renewables & Decarbonisation“ und beschäftigt sich nun mit nachhaltigem Energiebergbau. Dabei liegt der Fokus auf der optimalen Nachnutzung von Tiefbohrungen, Reservoirs und sonstige Bergbauflächen, etwa durch die Installation von PV-Anlagen an der Oberfläche, durch die Nutzung von Erdwärme oder die Einspeicherung von gasförmigen Energieträgern im Untergrund.

Karoline Steixner schätzt die Vielfalt ihres Berufes, der stark von Innovation geprägt ist. RAG Austria AG ist weltweit das erste Unternehmen, das Wasserstoff unterirdisch in einer ehemaligen Gaslagerstätte speichert – ein wegweisendes Projekt, das eine Schlüsselrolle für die Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele spielt. Besonders hilfreich sind ihr dabei die im Studium erlernten Fächer wie Thermodynamik, Strömungslehre und Antriebstechnik.

„Die RAG zeichnet sich durch enorme Innovationskraft und visionäres Handeln aus. Neben Energiespeicherung setzt das Unternehmen seit über 10 Jahren einen klaren Schwerpunkt auf Wasserstofftechnologien. Derzeit beschäftige ich mich mit verschiedenen Themen rund um die Wasserstofferzeugung, saisonale Energiespeicherung und den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur“, so Steixner.

„Das Studium hat einen hervorragenden Überblick über alle erneuerbaren Energiesysteme geboten, sodass ich fundiert entscheiden konnte, auf welche Themen ich mich spezialisieren möchte.“


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Besondere Stories, Alumni Stories, Masterstudiengang Nachhaltige Energiesysteme