Entdecken Sie Ihren Weg zum Erfolg – Finden Sie den perfekten Studiengang für Ihre Zukunft!
Geschlechterfragen sind SOZIALE Fragen
Relevant und wichtig ist unserem Team aus Diplomsozialarbeiter*innen, Gesundheitsmanager*innen, Planer*innen und Sozialwissenschafter*innen, dass Lösungen zur Gleichstellung aller Geschlechter ihren Weg in die Lehre und aus der Fachhochschule in die Praxis finden. Diese Wege bereiten wir auf und begleiten wir über Forschungsprojekte und Qualifikationsarbeiten der Studierenden, aber auch durch Impulse aus Geschlechtersicht in technisch-naturwissenschaftlich-informatische Projekte anderer Departements im Haus.

Unsere Forschungsprojekte weisen einen Burgenlandschwerpunkt auf und fokussieren auf die Themen Frauenarmut, Gleichstellungsarbeit im Burgenland, Gewaltschutz sowie die regelmäßige Erstellung des Frauenberichts des Landes, aber auch auf Geschlechterthemen in Bezug auf Kinderbetreuung, Schulsozialarbeit, Jugendsozialarbeit. Themen und Methoden aus der Geschlechterforschung werden in die Hauptthemenfelder der Lehre und der Forschung integriert und wir stehen in kontinuierlichem Austausch mit anderen Einrichtungen.
Elke Szalai, Hochschullehrende und wissenschaftliche Mitarbeiterin Schwerpunkt Genderforschung / Hochschuldidaktik / Gender und Techikfolgenabschätzung
Ganz allgemein werden in der Lehre vielfältige Methoden eingesetzt, um Genderaspekte für Studierende begreifbar zu gestalten, zur Reflexion der eigenen Geschlechterrolle anzuregen und die eigene professionelle Positionierung zu diesem Thema zu finden. Dazu braucht es Information und Reflexion, um Wissen und Erfahrung zu einem fundierten Zugang zu Geschlechterfragen aus dem Studium in die sozialarbeiterische Praxis zu nehmen. Handlungsleitend bei der didaktisch-methodischen Aufbereitung ist der aus der Geschlechterforschung kommende Rahmen „Wissen – erkennen – handeln“. Dieser Dreischritt ist besonders hilfreich bei der departmentsübergreifenden Forschungs- und Lehrtätigkeit im Themenfeld „Technik und Gesellschaft“ und hilft die Geschlechterperspektive auch konsequent in alle Handlungsfelder zu integrieren.

In diesem Lehrbereich liegt der Fokus insbesondere darauf, einen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Technik zu setzen, die häufig nicht diskriminierungsfrei für alle Geschlechter erfolgt. Für ein umfassendes Verständnis wird der Schwerpunkt auf die Vorstellung der historischen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung gelegt und jeweils die Auswirkungen auf Geschlechterverhältnisse vermittelt. Beispielsweise werden Frauen-, Männer- und Diversitätsforschung umfassend vorgestellt und Bezug zu industriellen Revolutionen und den damit einhergehenden gesellschaftlichen und genderbezogenen Veränderungen gesetzt. Durch dieses Verbinden lernen die Studierenden die Wechselwirkungen zwischen diesen Bereichen der Geschlechterforschung kennen, erkennen Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Kämpfen und Aushandlungsprozessen, die auf Wissenschaft und Forschung wirken und eben, welche Leistungen die Geschlechterforschung in Bezug auf die Ermöglichung gesellschaftlicher Empowermentprozesse leistet.

In allen Lehrveranstaltungen werden Methoden der Anti-Bias Arbeit zu Diskriminierung, zu Anti-Diskriminierungsgesetzen und internationalen Rahmenbedingungen gearbeitet, um zu verdeutlichen: Geschlechterdiskurse sind ein must-have und kein nice-to have. So leistet die FH Burgenland einen wesentlichen Beitrag in dem Studierende angeregt werden, ihre eigene Rolle zu reflektieren und diese für ihr künftiges berufliches Leben zu gestalten. Es bleibt nicht nur bei der Theorie, sondern es werden unterschiedliche didaktische Methoden eingesetzt, um möglichst vielfältige Zugänge zu ermöglichen.
Elke Szalai, Lehrende an der FH Burgenland

In den Forschungsprojekten des Departement Soziales steht die Verschneidung sozialer Fragen mit Geschlechterfragen im Zentrum. Diese Projekte zeigen deutlich auf, dass der theoretische Zugang der Intersektionalität zu einer differenzierten Analyse der Forschungsfragen führen kann, da mehrfach Betroffenheiten sichtbar werden können. Im aktuell abgeschlossenen Projekt „Frauenstrategie Burgenland“ wurde diesem Aspekt bei allen wissenschaftlichen Schritten mit gezielten Methoden und Fragestellungen begegnet. So wurden bei der Onlineerhebung deutliche Zusammenhänge zwischen Ungleichheiten nach Geschlecht, Alter und Wohnort sichtbar, wie ebenso Abhängigkeiten zwischen den sozialen Kriterien des Geschlechts, Herkunft und Einkommen. Quantitative Zahlen sind eine wesentliche Grundlage, um Geschlechterforschung zu betreiben. Eine relevante Ergänzung sind jedoch qualitative Methoden, die diese Fakten und Zahlen in Bezug zu Lebensrealität von Menschen setzen. Methoden, die vom Department Soziales eingesetzt werden, sind Pattern Mining Workshops, Interviews und Fokusgruppe, um möglichst vielfältige Settings zur Erhebung von qualitativen Daten anzubieten. So gelingt es vielfältige Personengruppen einzubinden und deren Bedarfe und Bedürfnisse gezielt zu erfassen. Im Fall der Erhebungen zur Entwicklung der „Frauenstrategie Burgenland“ waren das mehr als 1600 Personen, die auf den Onlinefragebogen geantwortet haben, mehr als 50 Personen, die an Pattern Mining Workshops teilgenommen und 25 Personen, die als Steering Board an Fokusgruppen teilgenommen haben. Die Vielfalt der Beteiligten bildet sich nun auch in den Ergebnissen sowie in den entwickelten Maßnahmen ab.

Weiters wird in Kooperation mit anderen Departments zu Themen, wie Social Entrepreneurship, aber auch Technikfolgenabschätzung in Forschungs- und Entwicklungsprojekten gearbeitet. In diesen Kooperationsprojekten zeigt sich vor allem die Bedeutung einer interdisziplinären Zusammenarbeit, um Genderaspekte gezielt in Analyse und Entwicklungsschritte zu integrieren. Die auch in den Lehrveranstaltungen eingesetzten Methoden und das fundierte Wissen zu Aspekten der Geschlechterforschung ermöglicht es, Fragen zu stellen und in Kooperation mit anderen Disziplinen Antworten auf Genderfragen in Bezug auf Technikentwicklung und wirtschaftliches Handeln zu erarbeiten. Genannt werden kann beispielsweise ein entwickeltes Modell der Abschätzung der Gefahren und Fehlerquellen zwischen zwischen Mensch und Maschine in automatisierten Cybersystemen. Die Ergebnisse aus diesen Diskurs finden sich beispielsweise in einem integrierten Fehlerabstellmaßnahmenkatalog, der technische und soziale Maßnahmen enthält, um Unfälle automatisiert betriebenen Systemen zu vermeiden. Geschlechterfragen als soziale Fragen begleiten auch Fragestellungen zur Akzeptanz von Indoorfarming oder Apps zur Bürger*innenkommunikation sowie zu Energie- und Gebäudetechnischen Fragen aus Gender- und Diversitätssicht.
Das Department Soziales erfüllt somit gut den eigenen Anspruch Geschlechterforschung mit Lebensrealitäten der Sozialen Arbeit sowie Ergebnisse der Geschlechterforschung gezielt in Technikfolgenabschätzung und Impact Assessments für wirtschaftliche Fragen einzubringen.
DI Elke Szalai MA ist Hochschullehrende und wissenschaftliche Mitarbeiterin Schwerpunkt Genderforschung / Hochschuldidaktik / Gender und Techikfolgenabschätzung
# Gepostet in:
Besondere Stories,
Lehrende,
Bachelorstudiengang Soziale Arbeit,
Soziales











