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#goodbyeEisenstadt - Mehr als nur CV aufpeppen
Jedes Jahr stellen Studierende des Bachelorstudiengangs Internationale Wirtschaftsbeziehungen ihr erlerntes Wissen in internationalen Unternehmen unter Beweis. Dabei nehmen sie aus ihren verpflichtenden Berufspraktika in Zentral und Osteuropa wertvolle Erfahrungen mit. Wohin die Reise genau geht? Das hängt von der im Studium zusätzlich gewählten CEE-Sprache ab.
Zwei auf einen Streich in Moskau und Kiew
Sigrid Rudischer entschied sich für die Sprache Russisch. Daher war eigentlich klar, wohin ihre Reise geht. Das aber nicht genug – die motivierte Studentin wollte ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen und absolvierte gleich zwei Praktika. Jeweils eines in Moskau und Kiew. Dabei konnte sie ihre Sprachkenntnisse gezielt vertiefen und außergewöhnliche Erfahrungen sammeln.

Die Ukraine und Russland sind unterschiedlich wie Tag und Nacht, auch bei der Sprache. Genau das wollte ich.
Sigrid Rudischer, Studentin im Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen
In Moskau startete Sigrid ihr Auslandspraktikum bei New Century Cleaning. Nach einer abwechslungsreichen Eingewöhnungsphase, in der sie das Unternehmen besser kennenlernte, zählten zu ihren Hauptaufgaben Neukundenakquirierung und die Betreuung von bestehenden Kunden und Konzernen. In Kiew unterstützte sie das Team der WKO im Außenwirtschaftscenter bei Kooperationen mit Unternehmen, betreute den Österreich-Stand bei Messen und war für diverse Projektmanagement-Aufgaben, Programmgestaltung und Präsentationen zuständig.
Wie kam es zu den Praktika?
Umsehen musste sich Sigrid nicht lange. Schon am Campus in Eisenstadt wurde sie auf interessante Unternehmen, die Praktikumsplätze zu vergeben hatten, aufmerksam. Für das Praktikum bei New Century Cleaning zum Beispiel gab es eine Ausschreibung an der FH Burgenland. Auch für das Praktikum in Kiew musste sie sich nicht lange umsehen. Denn jedes Jahr referieren die heimgekehrten Studierenden über ihre Auslandspraktika und sprechen über ihre Erfahrungen. Dabei wurde Sigrid auf das Außenwirtschaftscenter Kiew aufmerksam. Da das Center in den letzten Jahren immer wieder neue Praktikantinnen und Praktikanten aufnahm, war dieses für sie die erste Wahl und kurzer Hand bewarb sie sich dafür.


- Новый Век Клининг – New Century Cleaning bietet in Moskau und St. Petersburg professionelle Reinigungsdienste für Büro-, Industrie und Einzelhandelsflächen an. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und beschäftigt zurzeit ca. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
- Das AußenwirtschaftsCenter Kiew gilt als Außenstelle der Wirtschaftskammer Österreich. Rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten österreichischen Unternehmen bei deren Auslandsgeschäften, bieten relevante Informationen, stehen in Kontakt mit den Behörden und weiteren öffentlichen Stellen der Ukraine und helfen bei rechtlichen Fragen, Unternehmensgründungen oder beim Networking.
Auch bei der Unterkunftssuche hatte Sigrid keine Probleme. In Moskau kam sie bei einer Bekannten ihrer damaligen Russisch-Lektorin unter und pendelte täglich eine Stunde zu ihrer Praktikumsstelle. Das stellte sich täglich als große Herausforderung heraus.
„Obwohl die Metro im 30-Sekunden-Takt fuhr, waren überall Menschenmassen. Gefühlt gab es immer Drängeleien. Man kann sich das so vorstellen - wie Sardinen in der Dose. 24/7 überall nur Menschen und meist war alles etwas stressig.“
In Kiew jedoch fand die Studentin eine Airbnb Wohnung für sich alleine, die nur fünf Minuten von ihrem Praktikum entfernt war.
„Alles hat hier reibungslos funktioniert, sogar als das WC undicht war, kam sofort Hilfe. Ich hatte meinen eigenen Rückzugsort und es war nicht so stressig und atmosphärisch angenehmer als in Moskau.“


Besondere Momente und Erfahrungen
„Ich habe andere Mentalitäten kennengelernt, bin als Teil vom Ganzen gesehen worden und es waren immer alle sehr freundlich. Da die wenigsten Englisch konnten war ich gezwungen Russisch bzw. Ukrainisch zu sprechen und davon habe ich sehr profitiert. Meine Sprachkenntnisse wurden immer besser.“
Die Zeit in Kiew gefiel der jungen Studentin am besten. „Die Stadt war ruhiger, es gab mehr Parkanlagen und weniger Leute.“
Aber auch ihre Freizeit konnte Sigrid besser nutzen. Mit Spontanreisen erkundete sie das Land und bei Opernbesuchen lernte sie den hohen Stellenwert des Balletts schätzen.
„Obwohl ich nie der Ballett-Fan war, wurde ich vom Ambiente und der Begeisterung sehr mitgerissen. Eine Karte kostet nur 20-30 € und bringt ein besonderes Kulturerlebnis.“



Natürlich gab es auch so manche Tiefpunkte
„Wo bin ich gelandet?“ war schon mein erster Gedanke am Flughafen in Moskau. Angefangen von der strengen Passkontrolle, rein russischen Ansagen und so typisch kommunistisch angehauchte Uniformen schreckten mich anfänglich sehr ab. Auch, dass ich täglich in der Metro am Weg in die Arbeit fast zerquetscht wurde, war nicht besonders erfreulich.“
Aber trotzdem hat sie durchgehalten und das Beste daraus gemacht.
Fazit |
In einem Auslandspraktikum sammelt man sehr viele interessante Erfahrungen und lernt sich selbst besser kennen.
„Man kommt aus seiner Komfortzone heraus, lernt neue Seiten an sich kennen und wächst über sich hinaus.“ Durch Moskau z.B. sei Sigrid was Menschenmassen anbelangt nun sehr abgehärtet. „Zu dem Begriff Masse habe ich nun ein völlig anderes Bild im Kopf als zuvor. Mit Menschenansammlungen komme ich jetzt viel besser klar.“



Tipps |
Rechtzeitig alle Infos einholen. Je früher man damit anfängt, umso besser ist es. Denn wenn ein Visum beantragt werden muss, sollte man genug Vorlaufzeit eingeplant haben.
„Traut euch bei Fragen oder bezüglich der Wohnungssuche auch bei dem Unternehmen, bei dem ihr euch beworben habt, um Hilfe zu bitten. Denn es finden sich immer Lösungen.“
Einfach selber ausprobieren, unabhängig davon, was andere sagen.
„Holt euch Anregungen und überlegt, wo ihr hinwollt. Lasst euch aber nicht von Meinungen anderer abschrecken und wagt es einfach selber. Denn niemand ist gleich.“
Mehr als nur Berufserfahrungen in Zagreb
Auch Studentin Sophie Hoffmann wusste von Anfang an, dass sie ihr Praktikum in Kroatien absolvieren möchte. Denn sie entschied sich für die Sprache Kroatisch. Dass es die Hauptstadt Zagreb sein sollte, war ihr von Beginn an klar. Die alte Stadt lockt stets junge Geister mit mediterranem Flair und traditionsreicher Kultur.
Wie kam es zum Praktikum?
Sophie schickte mehrere Bewerbungen an Unternehmen in die beliebte Stadt. So kam die Studentin zu ihrem Praktikum bei der Raiffeisenbank Austria d.d.

Da ich im Studium die Vertiefung Marketing und Sales gewählt habe, bin ich froh, dass ich in einem großen internationalen Unternehmen Erfahrungen in der Finanz- und Marketingabteilung sammeln konnte.
Sophie Hoffmann, Studentin im Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen
In der Finanzabteilung bekam sie umfangreiche Einblicke und Einführungen ins Controlling, Reporting, Private Banking, Brokery etc. Schließlich erstellte sie bald selbst zahlreiche Reports und Analysen. Im Marketing durfte sie bei Workshops, Fokusgruppendiskussionen und Case Studies mitwirken, konnte bei einem Videodreh für das neue Raiffeisenkonzept dabei sein, Events vorbereiten und vieles mehr.
- Raiffeisenbank Austria d.d. wurde 1994 in Kroatien gegründet und bietet umfassende Bank- und Finanzdienstleitungen an. In 78 Filialen betreuen ca. 1982 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Raiffeisenbank Austria rund 500.000 Kundinnen und Kunden.
Die Unterkunftssuche stellte sich für Sophie als schwierig heraus. Dafür war eigentlich eine externe Organisation, die sich um die Betreuung von ausländischen Studenten und Sprachschülern in Kroatien kümmert, verantwortlich. Jedoch fand diese nichts Passendes und so musste sie sich selber noch auf die Suche begeben.
„Es war sehr stressig und nervenaufreibend so kurzfristig noch etwas zu bekommen.“
Eine Woche vor Praktikumsbeginn ergab sich dann doch noch die ideale Möglichkeit über Bekannte und Sophie bezog eine gemütliche Wohnung. Auch wenn sich die Wohnungssuche vorerst als Tiefpunkt herausstellte, so ließ sich Sophie trotzdem nicht abschrecken und lehrreich war die Situation allemal.
Besondere Momente und Erfahrungen



„Ich habe in Zagreb viele positive Erfahrungen gesammelt und vor allem viel Selbstbewusstsein entwickelt. Für mich war es wichtig, diese Herausforderung anzugehen und es hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Zagreb ist eine besondere Stadt mit wundervoller Architektur und Kultur, ist überschaubar und hat ihr eigenes Flair.“
Ein Highlight für Sophie war, dass sie bei einem Werbespot-Dreh für Raiffeisen am Set dabei sein konnte.
„Es war aufregend hinter die Kulissen einer solchen Produktion blicken zu können.“
Aber auch das Mitwirken bei diversen Fokusgruppendiskussionen fand sie spannend.
Fazit |
Ihr Praktikum würde Sophie jedenfalls immer wieder wählen. Sie ist sehr stolz darauf, dass sie allein ins Ausland gegangen ist.
„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren sehr bemüht, sie haben mir auch viel Verantwortung übertragen, ich konnte mich beweisen und das Umfeld war echt super.“
Auch Heimweh gab es nicht, denn an den Wochenenden war sie selten allein.
„Zagreb ist ja nur vier Stunden von Zuhause entfernt und bietet richtiges Urlaubsflair. Meine Familie und Freunde nutzten daher sehr gerne die Gelegenheit, um mich zu besuchen.“


Tipp |
Man sollte es einfach wagen und das Beste aus jeder Situation machen.
„Auch, wenn nicht gleich alles so läuft wie man es sich vorstellt, schrecke nicht davor zurück, sondern vertraue darauf, dass es am Ende gut ausgeht.“
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