Ich habe meine Komfortzone verlassen

Christiane Staab
Christiane Staab
Nadine Limbeck

Nadine Limbeck hat sich dazu entschlossen, sich beruflich vollkommen neu zu orientieren. Den Weg dorthin ebnete ihr der Vorbereitungslehrgang an der Hochschule Burgenland.

Ihrem Ziel, Gesundheits- und Krankenpflegerin zu werden, ist sie durch den berufsbegleitenden Lehrgang bereits einen großen Schritt näher gekommen. Im Herbst beginnt sie ihr Bachelorstudium.

Dabei kommt Nadine ursprünglich aus einem ganz anderen Bereich. Sie absolvierte eine dreijährige Wirtschaftsschule und schloss anschließend eine Lehre im Finanz- und Versicherungswesen ab. Vier Jahre lang arbeitete sie in einer Bank. „Anfangs hat mir das auch wirklich Spaß gemacht – vor allem der Kontakt zu Menschen. Aber ich habe dann erkannt, dass ich eine andere Art von Kontakt suche. Ich will Menschen in schweren Lebenslagen helfen und sie unterstützen.“

Erste Erfahrungen im Pflegebereich sammelte Nadine bereits vor ihrer Tätigkeit in der Bank: ein halbes Jahr lang war sie als Au-pair in Australien tätig.
„Mir wurde im Vorfeld gesagt, dass ich ein Kind mit gesundheitlichen Problemen betreuen würde. Tatsächlich handelte es sich um ein zweijähriges Kind mit körperlicher und geistiger Behinderung. Neben der regelmäßigen Medikamentengabe musste ich dem Kind auch Spritzen verabreichen und lebte in ständigem Alarmzustand.“
Trotz der hohen Belastung blieb die damals 20-Jährige das geplante halbe Jahr vor Ort und unterstützte die Familie dabei, eine ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin als Nachfolgerin zu finden.

Zurück in Österreich trat sie ihre Stelle in der Bank an. Doch mit der Zeit wuchs in ihr der Wunsch nach Veränderung.

Nadine Limbeck

Ich wusste, dass ich etwas verändern muss – aber mir war nicht klar, wie ich ohne Matura Gesundheits- und Krankenpflege studieren kann. Bei meiner Recherche stieß ich auf den Vorbereitungslehrgang der Hochschule Burgenland.

Nadine Limbeck, Absolventin des Vorbereitungslehrgangs 

Um die notwendige Praxiserfahrung zu sammeln, absolvierte sie ein fünfwöchiges Praktikum in einem Pflegeheim – und erhielt so die Zulassung zum Lehrgang in Pinkafeld.

Im vergangenen Jahr wurde sie dort gemeinsam mit anderen Teilnehmer*innen an den Wochenenden gezielt auf die Aufnahme in ein Studium vorbereitet. In Nadines Fall umfasste das Prüfungen in Mathematik, Deutsch, Englisch, Biologie und Gesundheitswissenschaften. Ihre Erfahrungen an der Hochschule beschreibt sie durchwegs positiv:
„Alle an der Hochschule waren so unterstützend. Bei allen Lehrkräften hat man das Gefühl, dass es ihnen wirklich wichtig ist, dass du das schaffst. Man ist hier keine Nummer. Auch der Zusammenhalt unter uns Kolleginnen war großartig. Wir sind diesen Weg gemeinsam gegangen.“

Anderen Menschen möchte sie Mut machen.

Die Komfortzone zu verlassen und ins kalte Wasser zu springen, ist nicht leicht – aber es lohnt sich auf jeden Fall. Wir alle werden noch so viele Jahre arbeiten müssen, da sollten wir etwas tun, das uns Freude bereitet.

Nadine Limbeck, bald Studentin der Hochschule Burgenland

Im September beginnt Nadines Studium. Sie kann sich gut vorstellen, später in die Kinderpflege oder auf eine Intensivstation zu gehen.


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