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Klimawandel und Gesundheit (KLUG) – Planetary Health in der Lehre
Ein interdisziplinärer Workshop an der Hochschule Burgenland
Unter dem Titel „KLUG, Klimawandel und Gesundheit – Welche Rolle wir spielen: Planetary Health in der Lehre“ trafen sich Lehrende der Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie an der Hochschule Burgenland zu einem Workshop. Ausgangspunkt waren die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Sie umfassen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung und machen deutlich: ökologische, soziale und ökonomische Faktoren sind eng miteinander verflochten. Im Workshop wurde diskutiert, wie sich diese Bezüge in den Gesundheitsberufen verankern lassen und wie Planetary Health als Querschnittsthema ins Curriculum integriert werden kann.

Klima und Gesundheit – untrennbar verbunden
Planetary Health beschreibt den Gesundheitszustand der menschlichen Zivilisation und der Umwelt, von der sie abhängt. In den Gesundheitsberufen wird mit dem bio-psycho-sozialen Modell gearbeitet und genau hier zeigt sich, wie sehr äußere Bedingungen die Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden beeinflussen.
Grüne Räume fördern Bewegung, senken Stress und stärken das Immunsystem. Umgekehrt erhöhen Hitzeperioden, Luftverschmutzung oder Wassermangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme und psychische Belastungen. Die Dimension dieser Zusammenhänge ist alarmierend: Schätzungen zufolge steht rund ein Viertel aller weltweiten Todesfälle im Zusammenhang mit Umweltfaktoren.(Prüss-Ustün & Corvalan, 2006)
Der Gesundheitssektor als Mitverursacher und Lösungsakteur
Auch das Gesundheitswesen selbst trägt zur Klimakrise bei, bspw. durch energieintensive Behandlungen, den Einsatz von Medikamenten oder den hohen Verbrauch an Einwegprodukten. Gleichzeitig eröffnet es aber damit auch große Chancen, nachhaltige Lösungen zu fördern.
Im Workshop entstanden Visionen einer lebenswerten Zukunft mit Renaturierung, Ruhe, Naturgeräuschen und Frieden. Deutlich wurde dabei: Maßnahmen für den Klimaschutz wirken zugleich positiv auf die Gesundheit. Ziel war es, diese Zusammenhänge auch in der Lehre sichtbar zu machen und didaktische Konzepte zu entwickeln, mit denen Studierende den Einfluss von Klima und Umwelt auf die Gesundheit verstehen und weitervermitteln können.
Co – Benefits
Co-Benefits bezeichnen jene positiven Effekte, die entstehen, wenn Klimaschutz und Gesundheitsförderung Hand in Hand gehen. Besonders deutlich werden sie in Maßnahmen, die Klima- und Gesundheitsschutz miteinander verbinden. Ein alltägliches Beispiel:
Wer Wege zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, stärkt Herz und Kreislauf, bleibt in Bewegung und senkt nachweislich das Risiko für Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Wenn viele Menschen ihr Mobilitätsverhalten verändern, zeigt sich die Wirkung im großen Maßstab: weniger Erkrankungen bedeuten weniger Krankenhausaufenthalte und Operationen, geringeren Energiebedarf im Gesundheitswesen, weniger Medikamente und weniger Einwegmaterialien. Am Ende entstehen dadurch auch weniger Emissionen und somit eine spürbare Entlastung für die Umwelt.
Weitere Beispiele sind eine pflanzliche Ernährung, die nicht nur die Blutfettwerte verbessert, sondern auch Ressourcen spart, oder mehr Grünflächen, die das psychische Wohlbefinden steigern und gleichzeitig die Biodiversität fördern.
Verantwortung in Lehre und Praxis
In Österreich gibt es über 30 Gesundheitsberufe mit tausenden Fachpersonen – ein enormes Multiplikationspotenzial. Hochschulen tragen daher eine besondere Verantwortung. Planetary Health darf nicht auf einzelne Lehrveranstaltungen beschränkt bleiben, sondern muss fächerübergreifend verankert sein.
Studierende sollen lernen, die Auswirkungen von Umwelt- und Klimafaktoren auf die Gesundheit zu erkennen und Patient*innen im Sinne der Nachhaltigkeit zu beraten, denn die nächste Generation von Ergo-, Physiotherapeut*innen und Logopäd*innen wird zunehmend auch mit klimabedingten Krankheitsbildern konfrontiert sein und damit eine Schlüsselrolle für Gesundheit und Klima einnehmen.
Fazit
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Die SDGs geben dabei einen klaren Rahmen vor: Sie machen deutlich, dass nachhaltige Entwicklung ohne Gesundheit nicht möglich ist und Gesundheit nicht ohne eine intakte Umwelt. Damit wird Planetary Health zu einem verbindenden Auftrag für Praxis, Wissenschaft und Lehre.
KLUG handeln heißt: Klimawandel verstehen, Umwelt schützen, Gesundheit sichern!
Prüss-Ustün, A., & Corvalan, C. (2006). Preventing disease through healthy environments: Towards an estimate of the environmental burden of disease. World Health Organization.
Copyright Foto: Nachhaltige Entwicklung - Agenda 2030 / SDGs - Bundeskanzleramt Österreich
Gastbeitrag: Marlene Szupper, Studiengangsleiterin Bachelor Physiotherapie
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