Man muss sich trauen

Christiane Staab
Christiane Staab

Jede Ausbildung bringt dich auf deinem persönlichen Weg weiter.

Manchmal aber öffnen einzelne Lehrveranstaltungen den Studierenden die Augen und es wird plötzlich glasklar, wohin die Reise geht. So geschehen bei Thomas Forster im Masterstudiengang Digitale Medien und Kommunikation an der FH Burgenland. „Seit der Lehrveranstaltung ‚Business Plan‘ im Studium weiß ich, dass ich Gründer werden will. Die LV zu Green Marketing hat mich dann noch weiter inspiriert“, erzählt der Gründer und Marketing Director des Unternehmens re:flair.

re:flair stellt dabei das Re-purposing ins Zentrum.

Wir setzen uns dafür ein, dass Unternehmen ihren Ressourcenverbrauch überdenken und somit einen positiven Beitrag zu unserem Umgang mit der Umwelt und unseren Ressourcen leisten.

Thomas Forster, Gründer re:flair

Sie unterstützen ihre Kunden in der Erschaffung einer Nachhaltigkeitsstrategie, bei Prozessoptimierung im Unternehmen, beim Up-/Recycling von Unternehmensmaterial und in der Nachhaltigkeitskommunikation.

Ein Beispiel: Ein Bauunternehmer verwertet nach der Fertigstellung des neuen Wohnhauses die nicht mehr benötigte Bauplane dazu, Einweihungsgeschenke für die neuen Bewohner*innen zu gestalten.

Oder: aus den ausrangierten Bademänteln und Bettlaken eines Hotels entstehen Badetaschen und Accessoires.

Aller guten Dinge sind drei:Saubermacher, ein Dienstleister für Abfallwirtschaft, darf laut EU Regulierung seine roten Arbeitsuniformen nicht mehr nutzen und muss auf Signalfarben umsteigen. Aus den roten Anzügen wurden Tragetaschen gefertigt.

Thomas kümmert sich vor allem um die Kundenakquise und das Marketing und entwickelt gemeinsam mit den Unternehmen eine Kommunikationsstrategie. „Für die Umwelt ist es toll, was das Unternehmen macht. Für das Unternehmen ist es noch toller, wenn andere davon erfahren“, erklärt er.

Sein akademischer Werdegang führte ihn nach einem wirtschaftlichen Bachelor an der FH Wien an die FH Burgenland in den Master Digitale Medien und Kommunikation.

Das Studium hat mir gezeigt, dass man in die Breite denken muss, um ein Projekt zu führen. Ich kam aus dem traditionellen Marketing und der digitale Aspekt im Studium hat mir dabei geholfen, viel zu verstehen und mich Dinge zu trauen.

Thomas Forster, Absolvent des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation

Mit ihm trauen sich das die beiden CO-Founder Tom Kessler und Konstanze Gruber, die auch Designerin ist.

„Wir haben ein gutes Netzwerk und lassen unsere Produkte in Einrichtungen produzieren, in denen Menschen mit Beeinträchtigungen einen Job unter fairen Bedingungen bekommen, der Kümmerei zum Beispiel.“ Das Ziel: „Ab 2025 wollen wir von re:flair leben können. Das Interesse an unseren Dienstleistungen ist saisonbedingt, aber wir erwarten uns, dass die Umsetzung des Green Deal in der EU ein wichtiger Faktor sein wird.“

Wie kam es zur Idee?

„Eigentlich ist die Idee durch meine Leidenschaft zum Tauchen aufgepoppt. Ich habe zu oft gesehen, dass Verschmutzung und Müll dort landen, wo er nicht landen soll.“ Der Gedanke, was man alles aus alten Sachen machen kann umfasst momentan Textilien, demnächst will re:flair auch Plastik nutzen.


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