Mit neuen Systemlösungen zur Energiewende

Christiane Staab
Christiane Staab

Neben dem Elternhaus hat auch die Schule großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern. Bei Pascal Liedtke waren es Lehrer*innen an der HLW in Weyer, die ihn für Nachhaltigkeit sensibilisierten und sein Leben damit in andere Bahnen lenkten.

Denn eigentlich startete Pascal, einer der niederösterreichischen Jungforscher des Jahres 2023, in der Gastronomie. Heute kocht er nur noch in seiner Freizeit und vorrangig vegan. „Die vegane Küche stellt einen enormen Hebel dar, um etwas zur Nachhaltigkeit beizutragen“, ist er überzeugt.

Sein Weg führte ihn für ein Studium im Bereich Energie- und Umweltmanagement  sowie im Anschluss Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an die FH Burgenland nach Pinkafeld. Rasch entdeckte er seine Faszination für Technik, Energie, Biomasse – damals in Zuge eines ­­Pyrolyseprozesses, wobei aus Biomasse synthetisches Gas, eine erdölähnliche Flüssigkeit und Biokohle gewonnen wird. „Das war der absolute Wow-Effekt für mich“, beschreibt Pascal.

Mittlerweile forscht er selbst im Kompetenzzentrum BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH am TFZ Wieselburg. Insbesondere befasst er sich mit der Optimierung intelligenter Energienetze, sogenannter Smart- und Microgrids.

Ich beschäftige mich mit Optimierungsmodellen und Simulationen, die optimale Energietechnologien (PV, Wind, Speicher, KWK, Wärmepumpen, etc.) für unterschiedliche Energiesysteme sowie deren Kapazität und ganzheitlichen Betrieb ermitteln. Die Ergebnisse demonstrieren wie Strom, Wärme, Kälte oder auch Treibstoffe dezentral erzeugt, gespeichert und verbraucht werden und dabei das Energiesystem dekarbonisieren und Energiekosten senken. Kurzum, wie Energiesysteme und -netze günstig, klimaneutral transformiert werden.

Pascal Liedtke, Absolvent der FH Burgenland

Sein Job besteht also vorrangig aus Modellen und Simulationen. Aber auch seine Projektmanagement-Skills sind gefragt. Diese hat er sich im Studium an der FH Burgenland angeeignet – und es damals gehasst, wie er zugibt. „Aber das Curriculum hat mir enorm viel gebracht! Auch Kollegen, die in einen ganz anderen Bereich gegangen sind, haben vom Studium stark profitiert. Jeder kann für sich was mitnehmen.“

Viele Dinge lernt man aber auch erst im Job, erzählt er. „Wichtig wäre, Programmiersprachen stärker in das Studium einzubauen. Digitale Lösungen bringen einen großen Mehrwert bei Anlagen und Systemen.“ Und wo wir schon bei Pascal Liedtkes Appellen sind: „Ich beschäftige mich mit Nachhaltigkeit, seit ich 15 Jahre alt bin. Dementsprechend sind einige politische Diskussionen schwierig anzuhören. Für viele Probleme, die wir in Bezug auf Nachhaltigkeit haben, gibt es aktuell noch keine Lösungen. Darum ist Forschung in vielen Bereichen sehr wichtig. Man braucht neue Systemlösungen – die Grundlagenforschung ist gefragt. Hier müsste definitiv mehr Geld für die Zukunft investiert werden!“

Mehr zu Pascal Liedtke lesen Sie auch im "Chemiereport".


# Gepostet in:
Besondere Stories, Alumni Stories, Masterstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudemanagement, Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement