Vom Forschungsjob ins Klassenzimmer

Christiane Staab
Philipp Novakovits im Klassenzimmer, Selfie

Philipp Novakovits hat mehrere Studien absolviert, Auslandserfahrung gemacht, in namhaften Forschungseinrichtungen und Unternehmen gearbeitet und sich dann dazu entschieden, Lehrer zu werden.

Seit September unterrichtet er in einem Burgenländischen Gymnasium Physik und Chemie und ist somit einer von insgesamt 2.365 sogenannten Quereinsteiger*innen, die seit dem Schuljahr 2022/23 als Lehrkräfte an Schulen begonnen haben.

Und warum? Sein Interesse an Nachhaltigkeit wurde einst von einem seiner Lehrer geweckt. Immer stärker interessierte sich der junge Philipp für Umwelt- und Klimaschutz und für die Frage, wie Wissen und Technologie gesellschaftlich etwas bewirken können.

Später studierte er an der Universität für Bodenkultur - BOKU Wien sowie im Rahmen eines Double Degree Programmes an der Technischen Universität in München mit Fokus auf Umwelt- und Energiethemen. Den Masterstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der Hochschule Burgenland in Pinkafeld schloss er an, um sein technisches Wissen noch weiter auszubauen. Das Studium an Österreichs Kaderschmiede für Gebäudetechnik beschreibt er als wichtigen fachlichen und persönlichen Entwicklungsschritt auf seinem Weg. „Meine vorherigen Studien waren recht breit aufgestellt. Im Job hatte ich oft das Gefühl, nicht auf Augenhöhe mit den Techniker*innen zu sein. Das Studium an der Hochschule Burgenland brachte mir nicht nur technisches Know-how, sondern auch Selbstvertrauen in dieser Richtung.“ 

Beruflich war er zuletzt als Innovation Manager bei der Burgenland Energie beschäftigt, davor lehrte er an der Hochschule Burgenland und war Mitarbeiter der Forschung Burgenland und einem außeruniversitären Forschungsinstitut. Parallel engagierte er sich als Wissenschaftsbotschafter des OeAD – Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung - und sammelte dort schon Erfahrung in Workshops mit einer jüngeren Zielgruppe.

„Ich war immer schon auf der Suche nach Sinn und Wirksamkeit und wollte mich ständig weiterentwickeln“, beschreibt Philipp Novakovits seine Motivation. Irgendwann stellte er sich deshalb eine andere Frage: Nicht „Welchen Jobtitel möchte ich in fünf Jahren haben?“, sondern „Was möchte ich eigentlich den ganzen Tag machen?“

Für ihn wurde klar: Er möchte mehr mit Menschen und weniger mit dem Computer arbeiten, komplexe Dinge verständlich machen und junge Menschen für Naturwissenschaften begeistern. „Ein Ort, an dem sich meine Interessen, meine Stärken und dieser Wunsch nach Wirksamkeit überschneiden, ist für mich die Schule.“

An seine Zeit an der Hochschule und Forschung Burgenland denkt er voll Dankbarkeit zurück.

Philipp Novakovits

Als Student hatte ich Vortragende, die alles, was ich kannte, in den Schatten gestellt haben. Und in der Forschung hat mir die Anwendungsnähe im nationalen Kontext sehr gutgefallen.

Philipp Novakovits, Absolvent der Hochschule Burgenland

In seinen neuen Job startet er voll Neugier und Begeisterung. „Als Lehrer bin ich der Architekt eines Lernraumes und will mich bemühen, dass dieser so gestaltet ist, dass Lernen bei allen passiert.“  Die Naturwissenschaften sieht er dabei als Spielwiese, um dahinterliegende Kompetenzen wie genaues Hinschauen und kritisches Fragen zu trainieren.


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