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Vom Weinkauf zum Master: Warum man mit jenseits der 30 nie aufhören sollte, neugierig zu sein
Ein herrlicher Ausflug – bis der Satz fiel: „Du, wenn wir schon da sind: Ich zeig dir schnell, wo ich damals studiert hab!“ Wenige Minuten später stand ich zum ersten Mal in den Hallen der (damals noch) FH Burgenland, heute Hochschule Burgenland. Ein bisschen neugierig, ein bisschen verträumt. Ich blätterte durch einen Infofolder, der dort auflag, und dachte mir: „Moment mal. Genau das ist das Metier, das mich seit Jahren brennend interessiert.“ Aus einem Bauchgefühl heraus – und ganz ehrlich: anfangs ein bisschen „spaßhalber“ – schickte ich kurz darauf meine Bewerbung ab. Was dann folgte, war eine der besten Entscheidungen der letzten Jahre. Aber der Weg dorthin war natürlich nicht frei von Zweifeln.
Ein Gast-Beitrag von unserem alumni und Lehrenden Peter Zeilinger
Warum ausgerechnet Digitale Medien und Kommunikation?
Zu diesem Zeitpunkt – es war im Jahr 2020, mitten am Beginn der Pandemie – war ich beruflich eigentlich fest im Sattel: Ich arbeitete bereits seit 13 Jahren als Communitymanager in einem Medienhaus und stand parallel selbst als Lehrender an Fachhochschulen und Universitäten vor den Studierenden.
Eigentlich lief alles rund. Und trotzdem fehlte mir noch ein Puzzlestück: ein Masterstudium, um mein Wissen auf ein solides wissenschaftliches Fundament zu stellen und am Puls der Zeit zu bleiben. Als ich den Studienplan des Masterstudiengangs Digitale Medien und Kommunikation (MDMK) sah, hat es sofort „Klick“ gemacht. Die Kombination aus den vier Säulen Redaktion, Design, Informatik und Marketingkommunikation deckte genau das breite Spektrum ab, das man in der modernen Medienwelt braucht – und das ich so noch an keiner anderen Hochschule gesehen hatte, zumindest mit diesem Fokus.
Mitten im Leben noch einmal anfangen?
Wenn man jenseits der 40 ist, steht man mitten im Leben. Man hat einen vollen Berufsalltag, Routinen, Verpflichtungen und ein eingespieltes Privatleben. Da fängt man nicht einfach unbedarft an zu studieren. Die Zweifel waren da, ganz klar: Schaffe ich das zeitlich? Wie bringen wir das als Paar unter einen Hut? Und bin ich nicht eigentlich schon „zu alt“ für Prüfungsstress und Hausübungen?
Dass es geklappt hat, verdanke ich vor allem einem: Teamwork zu Hause. Ein berufsbegleitendes Studium in dieser Lebensphase funktioniert nur, wenn beide an einem Strang ziehen und man bereit ist, gemeinsam Kompromisse einzugehen. Wir haben das als echtes Teamprojekt angepackt – und genau das hat mir die Sicherheit gegeben, den Schritt wirklich durchzuziehen.
Plötzlich wieder auf der anderen Seite des Pults
Beruflich bin ich es gewohnt, vorne zu stehen und Wissen zu vermitteln. Jetzt saß ich plötzlich wieder auf der anderen Seite – als Student. Das war anfangs ein herrlich ungewohntes Gefühl.
Dazu kam eine besondere Hürde: Wir waren der berühmt-berüchtigte „Corona-Jahrgang“. Viele Monate lang haben wir uns fast ausschließlich über Bildschirme gesehen. Der running Gag bei uns war schnell etabliert: „Wir kennen uns eigentlich alle nur vom Scheitel bis zum Bauchnabel. Habt‘s ihr eigentlich einen Unterkörper?“
Doch die Distanz hat uns nicht getrennt, im Gegenteil. Unser Jahrgang war ein bunter Mix aus allen Generationen: von Kolleginnen und Kollegen, die gerade erst ihren Bachelor in der Tasche hatten, bis hin zu erfahrenen Profis aus den unterschiedlichsten Branchen. Der größte Wissenserwerb fand oft gar nicht in den Vorlesungen selbst statt, sondern in den intensiven Gruppenarbeiten, den abendlichen Online-Diskussionen und dem ehrlichen Austausch über Berufserfahrungen hinweg. Jung lernt von Alt, Alt lernt von Jung – ohne Egos, einfach auf Augenhöhe.

Aus der Not eine Tugend: Unsere jährlichen „Klassenfahrten“
Weil während der Pandemie die traditionellen gemeinsamen Auslandsreisen der FH ins Wasser fallen mussten, haben wir beschlossen: Dann organisieren wir uns das eben selbst.
Aus dieser anfänglichen Notlösung ist eine echte Tradition geworden. Bis heute brechen wir jedes Jahr gemeinsam auf zu unseren „Klassenfahrten“. Ob Wanderurlaub in den Bergen, entspannte Tage am See oder Wellness-Wochenende: Wir schaffen es jedes Jahr aufs Neue, Zeit miteinander zu verbringen und Neues zu entdecken. Aus reinen Mitstudierenden sind echte Freunde fürs Leben geworden – ein Netzwerk, das weit über das Studium hinausreicht.

Das Studium hat mir fachlich enorm viel gebracht, aber der größte persönliche Mehrwert war dieser Perspektivenwechsel: Wieder neugierig Fragen stellen, alte Denkmuster hinterfragen und sich eingestehen, dass man nie ausgelernt hat.
Peter Zeilinger, Lehrender und Alumni der Hochschule Burgenland
Die größte Erkenntnis: Bleib ein „Learner“, kein bequemer „Knower“
Wenn man viele Jahre erfolgreich in seinem Beruf arbeitet, tappt man leicht in eine Falle: Man glaubt, alles schon gesehen zu haben. Man wird zum „Knower“, der sich auf seiner Erfahrung ausruht und sich gemütlich einrichtet.
Mein Studiengangsleiter Michael Roither hat es während des Studiums einmal treffend auf den Punkt gebracht: „Sehr cool von dir, lieber Peter, dass du – egal ob gerade Lernender oder Lehrender – im Herzen ein ‚Learner‘ bleibst und dich nicht auf die Rolle als ‚Knower‘ zurückziehst.“ Dieser Satz begleitet mich bis heute.
Was ich anderen mitgeben möchte
Wenn du gerade da sitzt, vielleicht die 35 oder 40 überschritten hast und mit dem Gedanken spielst, noch einmal etwas Neues anzufangen: Trau dich. Es muss nicht immer gleich ein ganzes Studium sein. Aber hör niemals auf, neugierig zu bleiben. Weder im Job noch im Privatleben. In dem Moment, in dem wir aufhören, neugierig auf die Welt und auf neue Erfahrungen zu sein, entgeht uns das Spannendste, was das Leben zu bieten hat. Und wer weiß: Vielleicht beginnt dein nächstes großes Abenteuer ja auch ganz unverhofft beim Weinkauf.


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Einblicke von Studierenden,
Masterstudiengang Digitale Medien und Kommunikation












