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Workness – der neue Leitwert einer gesundheitsförderlichen Unternehmenskultur post-Corona
Die Pandemie beeinflusste und beschränkte das Privatleben aller Menschen und führte zu massiven Veränderungen in der Arbeitswelt.
Durch die Notwendigkeit des zeit- und ortsunabhängigen Arbeitens mussten Arbeitsprozesse neu angepasst, entwickelt und umgesetzt werden. Dies stellte vor allem auch Führungskräfte, bezüglich der Anleitung und Koordinierung ihrer Mitarbeiter*innen, vor große arbeitstechnische und menschliche Herausforderungen. Denn, der status quo ist besorgniserregend:
Im Auftrag von Oracle wurde die Studie „Al@Work“ durchgeführt, bei der 12.347 Menschen im Alter von 22 bis 74 Jahren aus insgesamt elf Ländern befragt wurden. Es handelt sich dabei um Mitarbeiter*innen, Vorgesetzte, Human Resources Expert*innen und Vorstandsmitglieder. 78% der befragten Personen fühlen sich in ihrem psychischen Wohlbefinden beeinträchtigt. Eine Trennung von Beruf und Privatleben ist für 41% der teilnehmenden Personen nicht möglich. Ein Drittel der von Zuhause arbeitenden Befragten leistet pro Woche mindestens zehn Überstunden. Etwa ein Viertel ist aufgrund dieser Mehrarbeit psychisch erkrankt. Ein Großteil der Befragten (85 Prozent) gibt an, dass die psychischen Belastungen, die im Rahmen der Arbeit entstehen, auch einen Einfluss auf das Privatleben haben. Dieser Einfluss zeigt sich in Form von Schlafproblemen, mangelnder körperlicher Gesundheit und Schwierigkeiten in familiären und freundschaftlichen Beziehungen. (Wolter, 2020)

Ungewollt und meistens unverschuldet stehen viele Unternehmen jetzt also mitten im disruptiven Change – zum einen, weil sie sich vielleicht komplett neu positionieren, oder sogar vielleicht komplett neu „erfinden“ müssen. Doch in der Krise liegt auch eine große Chance. Wenn Unternehmensleitungen sich in Zeiten der Krise nun nämlich einige essentielle Wertfragen stellen, dann besteht für sie die Chance eine Entwicklung zu einer nachhaltig gesunden und leistungsfähigen Organisation einzuleiten:
• Welche Rolle spielen die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte für die Erreichung der Unternehmensziele?
• Wohin können wir uns als Unternehmen entwickeln, wenn alle Mitarbeiter*innen und Führungskräfte jeden Tag ihr Bestes geben?
• Wie erleben Mitarbeiter*innen im Unternehmen die Arbeitsabläufe und Arbeitsumgebungen?
• Wie erleben Mitarbeiter*innen die Führung in unserem Unternehmen?
• Wissen wir Bescheid über die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter*innen und Führungskräfte?
• Kennen wir die Ressourcen unserer Mitarbeiter*innen und Führungskräfte?

Eine erfolgreiche Veränderung der Unternehmenskultur, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit als wesentlichen Leitwert ansieht, das ist Workness.
Erwin Gollner, Departmentleiter Gesundheit
Mit Gesundheit als organisationskulturelles Selbstverständnis zeichnet sich der Weg von der reinen Arbeitsfähigkeit (Workability) hin zur kulturbedingten Workness als disruptiver Change im Betrieb ab. Keine wellnessbezogenen Alibiaktivitäten wie gesunder Obstkorb, Fitnessstudioförderung oder Massagegutscheine ändern nachhaltig die „Corporate Health“ der Mitarbeiter*innen. Nur, wenn die gesunden Rahmenbedingungen für Mitarbeitende stimmen, können und wollen sie ihre Arbeitsfähigkeit erbringen. Unternehmen, die die Leitidee einer gesunden Organisation ernst nehmen, werden belohnt durch Mitarbeiter*innen, die achtmal so engagiert, dreimal produktiver und viermal kreativer sind. (World Economic Forum 2010)
Wolter, U. (2020). Corona-Krise schwächt psychische Gesundheit der Mitarbeiter. Verfügbar
Prof.(FH) Mag.Dr. Erwin Gollner, MPH MBA leitet das Department Gesundheit sowie den Bachelorstudiengang Gesundheitsmanagement und Gesundheitsförderung an der FH Burgenland. Der Beitrag entstand als Gastbeitrag für die Wiener Zeitung.
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