Der Umweg war mein Ziel – Sarah Hipfinger über den Mut zum Plan B

Gianina Wallner
Gianina Wallner
Sarah Hipfinger - im Hintergrund die Dächer der Stadt Wien

Nicht alles läuft nach Plan – aber oft besser als gedacht. Kaum ein Lebensmotto beschreibt den beruflichen und akademischen Weg von Sarah Hipfinger besser.

Die gebürtige Wienerin hat auf dem Weg zu ihrer aktuellen Rolle im Produktmanagement Transportlogistik National der Österreichischen Post mehrere Stationen durchlaufen – vom Tourismus über das Personalwesen bis hin zur IT. Heute bringt sie ihre Leidenschaft für Prozesse, agile Methoden und Menschen täglich ein – und das mit spürbarer Begeisterung.

Nach der Matura an der Tourismusschule Wassermanngasse wagte Sarah zunächst den Sprung in die kreative Welt der Patisserie – ein Herzensprojekt, das sie jedoch aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. Ein vermeintlicher Rückschlag, der sich im Rückblick als richtungsweisend erwies: „Man weiß nie, was sich daraus entwickelt, wenn sich der Plan ändert“.

Stattdessen startete sie ein Bachelorstudium im Bereich Personal und Organisation an der FH WKW. Parallel sammelte sie erste berufliche Erfahrungen im HR-Bereich – vom Bundesrechenzentrum bis zur Vienna International School. Diese Zeit war geprägt von Neugier und Lernbereitschaft, aber auch von der Suche nach dem, was sie wirklich begeisterte.

Ein Schlüsselmoment kam bei einem Jobevent – in einem Gespräch mit Silke Palkovits-Rauter, der Studiengangsleiterin des Masterstudiengangs Business Process Engineering und Management an der Hochschule Burgenland. „Die Begeisterung und das Engagement der Studiengangsleiterin für ihren Studiengang sind einfach übergesprungen“, erzählt Sarah.

Für sie war klar:

 

Sarah Hipfinger

„Hier wird Theorie nicht nur gelehrt, sondern gelebt – mit echtem Bezug zur Praxis.“

Sarah Hipfinger,  Absolventin Masterstudiengangs Business Process Engineering und Management


 

Besonders geprägt haben sie die Inhalte rund um agiles Projektmanagement, IT-Architekturmanagement und Hyperautomation – inklusive eines Praxisprojekts, das Eigenverantwortung auf hohem Niveau forderte. Ein Workshop zum Thema Scrum, bei dem ein Kinderbuch in agilen Teams gebastelt wurde, ist ihr bis heute in Erinnerung geblieben. „Ich hatte bereits Erfahrung im agilen Arbeiten, aber dieser Perspektivenwechsel war erfrischend und sehr lehrreich.“

Berufsbegleitend zu studieren war kein Spaziergang: „Prokrastination war keine Option“, sagt Sarah schmunzelnd. Der Jobwechsel von der REWE International zur Österreichischen Post während des Studiums war eine ihrer größten Herausforderungen – und zugleich eine Chance. In ihrer Rolle bei der Post konnte sie das Erlernte direkt anwenden und sich in spannenden Projekten einbringen.

Heute ist Sarah österreichweit verantwortlich für das Produktmanagement der Transportlogistik bei der Österreichischen Post – eine Rolle, die sie erfüllt: „Ich liebe die Abwechslung und die Zusammenarbeit mit den Regionen. Es ist schön zu sehen, dass meine Arbeit einen echten Unterschied macht.“

Ihr größter Gewinn aus dem Studium? Die persönlichen Kontakte.

„Die Lektor*innen haben in mir die Motivation geweckt, das Studium durchzuziehen. Und unter uns Studierenden ist ein starkes Netzwerk entstanden.“

Sarah Hipfinger,  Absolventin Masterstudiengangs Business Process Engineering und Management

Ein Netzwerk, das sie auch heute noch pflegt – etwa beim Alumni-Club der Hochschule Burgenland. 

 

Ihr Rat an junge Menschen? „Trau dich. Viele wissen auch nicht genau, wohin es im Leben geht. Aber wichtig ist, seinen eigenen Wert zu erkennen.“

Sarah Hipfinger zeigt mit ihrem Werdegang, dass gerade Umwege das Leben besonders machen – wenn man bereit ist, offen zu bleiben, sich Herausforderungen zu stellen und mit Leidenschaft an die eigenen Ziele zu glauben. Geschichtsinteressierte wissen: Odysseus benötigte ganze zehn Jahre, um nach dem Fall Trojas den Weg zurück in sein Königreich Ithaka zu finden. Seine Irrfahrten durch eine Welt voller Gefahren und Ungewissheiten waren alles andere als verlorene Zeit – denn ohne sie wäre er heute nicht die legendäre Heldenfigur, als die wir ihn heute kennen.


 


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