Internationaler Blick auf die Soziale Arbeit

Christiane Staab
Christiane Staab
Dana Hynek mit Landschaft im Hintergrund

Schon in der Schule war für Dana Hynek klar, dass sie mit Menschen arbeiten möchte.

 

Nach der Matura an der HLA Baden und einem Freiwilligen Sozialjahr schwankte sie kurz zwischen Volksschullehramt und Sozialer Arbeit, probierte das Lehramtsstudium ein Semester lang – und traf dann eine aus heutiger Sicht folgerichtige Entscheidung: „Soziale Arbeit ergibt so viel Sinn für mich.“ Sie bewarb sich an zwei Fachhochschulen und wählte schließlich die Hochschule Burgenland – das Curriculum überzeugte sie auf Anhieb.

Während des Studiums kristallisierte sich früh ihr fachlicher Schwerpunkt heraus: Frauen. Sie erkannte, wie sehr sie die Arbeit in einem Frauenhaus, in einer Wohngemeinschaft oder in der Frauenberatung anspricht – besonders dann, wenn die Unterstützung von Frauen mit der Arbeit mit Kindern verbunden ist. Ihre Leidenschaft und klare Haltung – feministisch, parteilich, ressourcenorientiert – prägten von Beginn an ihren Weg.

Ein Schlüsselerlebnis war ihr Erasmus-Langzeitpraktikum in Dublin, in einem auf häusliche Gewalt spezialisierten Frauenhaus. Anfangs noch zurückhaltend mit der Sprache, fand sie rasch hinein – fachlich wie sprachlich. Die Internationale Soziale Arbeit faszinierte sie so sehr, dass sie nach Studienabschluss beschloss, weitere Auslandserfahrung zu sammeln. Heute arbeitet sie in Irland in einer anderen Organisation mit einem ganz neuen, im Aufbau befindlichen Frauenhaus – ein Setting, das sie als „sehr cool“ beschreibt, weil sie Prozesse, Teamkultur und Abläufe aktiv mitgestalten kann.

Dana ist in der Sozialen Arbeit für die erwachsenen Frauen zuständig, während Sozialpädagoginnen und -pädagogen die Kinder begleiten. Genau diese Teamarbeit, der klare Auftrag und die sichtbaren Fortschritte der Klientinnen motivieren sie täglich. So beschreibt sie: 

Portrait Dana Hynek

„Es hat Sinn, was man macht – Menschen kommen an, finden Stabilität und gehen gestärkt weiter“

Dana Hynek, Absolventin Bachelorstudiengang Soziale Arbeit

Auch wissenschaftlich hat Dana ihren Schwerpunkt konsequent verfolgt. In ihrer Bachelorarbeit verglich sie Unterstützungssysteme in Mutter-Kind-Häusern in Österreich und Irland. Ihr Fazit: Beide Systeme sind insgesamt auf einem ähnlichen Niveau. Irland hat besser bei traumapädagogischen Ansätzen abgeschnitten und wiederum ist in Österreich die rechtliche Lage besser, was häusliche Gewalt betrifft.

An ihre Studienzeit an der Hochschule Burgenland denkt Dana mit großer Wärme zurück. „Nichts war langweilig, alles war spannend“, sagt sie – und betont das familiäre Klima, die Nähe zu Lehrenden und den starken Zusammenhalt in der Kohorte. Zu einigen Studienkolleginnen und ehemaligen Lehrenden hält sie bis heute Kontakt; Besuche im Ausland inklusive. Das weckt Lust auf mehr akademische Vertiefung: Ein Master ist für sie gut vorstellbar.

Was sie Studierenden und Studieninteressierten mitgibt, ist klar und ermutigend: Sie kann „von ganzem Herzen“ empfehlen, sich für Soziale Arbeit zu entscheiden. „Das Feld ist enorm vielfältig – gerade das macht es erfüllend. Ja, Abgrenzung ist herausfordernd, doch die gesellschaftliche Relevanz und die konkrete Wirksamkeit tragen. Für Dana bedeutet Sozialarbeit auch, patriarchale Muster aufzubrechen und aktiv an einer besseren Zukunft mitzuwirken. Und: Ins Ausland zu gehen lohnt sich – fachlich, persönlich und sprachlich.“


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